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Blauer Dunst in Zahlen
Abhängigkeit, die krank macht
Jährlich erkranken 28.200 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs. Meist aufgrund einer Hauptursache: Bei 90 Prozent aller männlichen Krebs-Patienten sind Lungentumore eine direkte Folge des Rauchens, so der offiziellen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung.
Unter allen Drogen ist Rauchen die Todesursache Nr. 1. Wer raucht, gefährdet seine Gesundheit erheblich. Zu den schwersten Folgen gehören Gefäßerkrankungen - mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall - und Krebs. Dieser kann bei Rauchern die verschiedensten Körperteile befallen: Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Lunge, Niere, Blase, Bauchspeicheldrüse oder andere Organe. Insgesamt sterben in Deutschland pro Jahr rund 110.000 Menschen an den Folgen ihrer Nikotinsucht.
Trotz dieser erschreckenden Zahlen greift rund ein Viertel aller Deutschen regelmäßig zum Glimmstängel. Darunter sogar neunjährige Kinder ! Und 7 Prozent aller 14jährigen löhnen mit ihrem Taschengeld für die Abhängigkeit, die die große Freiheit vorspiegelt.
Ein teures Vergnügen
Rauchen ist ein teures Vergnügen. Von Januar bis März 2002 wurden in Deutschland Tabakwaren im Wert von 5,4 Milliarden Euro in die Luft geblasen. Die Kosten für eine Schachtel am Tag summieren sich im Monat auf 90 Euro. In 50 Jahren gehen so 54.000 Euro buchstäblich zum Fenster hinaus.
Auch den Steuerzahler kommt der blaue Dunst teuer zu stehen. Jährlich reißt die Nikotinsucht ein Loch von circa 140 Milliarden Euro in die Staatskasse. Gegen die Einbußen durch Krankheiten und die abnehmende Lebenserwartung sind die Einnahmen aus der Tabaksteuer mit rund 12 Milliarden Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Paffer und Nichtpaffer teilen nicht nur die Kosten, sondern auch die Risiken durch Nikotin mit über 50 Substanzen, deren gesundheitsschädigende Wirkung bislang bekannt sind. Rund zwei Drittel aller Bundesbürger rauchen am Arbeitsplatz passiv mit. Und nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen kann selbst ein offenes Fenster die Luft nicht hinreichend reinigen: Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich fand heraus, dass Nichtraucher den Geruch einer einzigen Zigarette in 19.000 Kubikmeter Luft erschnuppern können.
Im Klartext: Ein Kettenraucher allein schafft es, an einem Tag die Halle des Hamburger Hauptbahnhofs spürbar zu verpesten.
Zigaretten machen auch Müll
Ab Sommer 2002 trübt jedoch kein Wölkchen mehr die monumentale Stahlhalle. Dann nämlich werden 63 deutsche Großbahnhöfe zur rauchfreien Zone. Die Geldstrafe für unerlaubtes Rauchen beträgt 20 Euro. Einer der Gründe für die Maßnahme: Die Deutsche Bahn hat die Nase voll, mühselig Kippen aus dem Gleisbett zu stochern. Das Rauchverbot soll die Putzkosten um Millionen senken.
Der menschliche Körper besitzt hingegen fantastische Selbstreinigungskräfte, wenn man ihm eine Chance dazu gibt: Schon 20 Minuten nach der letzten Zigarette sinken Blutdruck und Puls auf normale Höhe. Nach 48 Stunden arbeiten die Geruchs- und Geschmacksrezeptoren verstärkt, nach drei Wochen bis zwei Monaten verbessert sich die Lungenfunktion um 30 Prozent. Bis das Lungenkrebsrisiko auf den Stand eines Nichtrauchers sinkt, dauert es allerdings 10 Jahre. Und nur eine einzige Zigarette am Tag stoppt bereits die erzielten Erfolge.
Quelle: Blauer Dunst in Zahlen | wissen.de
Ein etwas älterer Artikel, aber Boah!

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