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Thema: Haschisch rauchen - ist das heutzutage normal???

  1. #1
    Neuer Benutzer Tina befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Frage Haschisch rauchen - ist das heutzutage normal???

    Guten Abend!

    Da es hier so ein nettes Forum speziell über Drogen gibt, möchte ich mich mal mit dieser Frage an euch wenden.

    Mein Sohn, 19 Jahre alt, konsumiert seit ein paar Jahren schon Haschisch. Bemerkt habe ich das erst, als er mal mit Haschisch in der Schule erwischt wurde und dann das Jugendgericht eingeschaltet wurde. Es ist nichts weiter passiert, da es das erste Mal war und er beteuert hat, dass es eine Ausnahme gewesen sei. Ich allerdings bin seitdem mehr und mehr am Verzweifeln!

    Natürlich war es keine Ausnahme, sondern mittlerweile steht mein Sohn mir gegenüber ganz offen dazu, dass er regelmäßig Haschisch konsumiert. Er findet das absolut normal, und sagt, alle seine Freunde würden das tun. Es sei absolut normal. Ich glaube das natürlich nicht, aber gerade in letzter Zeit kam ich beruflich mit einigen jungen Leuten in Kontakt, und tatsächlich rauchen die allermeisten Haschisch. Selbst junge Leute die studieren, also von denen man meinen sollte sie stehen fest im Leben und machen was daraus!

    So blöd es klingt, habe ich seitdem ein bisschen Hoffnung geschöpft, dass mein Sohn da doch nicht ganz die Ausnahme ist und nicht automatisch alles verloren sein muss für ihn. Aber ich würde zu gerne mal andere Meinungen dazu hören?

    Zuvor war ich schon mehrfach bei der Drogenberatung (alleine natürlich, mein Sohn geht da nicht mit), habe auch schon anonym mit der Polizei gesprochen und auch mit Erziehungsberatungsstellen. Also ich mache mir da wirklich einen Kopp drum, aber wirklich helfen konnte mir bisher niemand. Sehe ich das denn vielleicht alles zu eng???

    Ich bin total gespannt auf Meinungen dazu, ich weiß momentan nicht mehr ob ich zu sehr übertreibe mit meiner Sorge oder ob sie berechtigt ist. Und erst recht weiß ich leider nicht, wie ich meinen Sohn davon abbringen kann. Es bringt ja auch einiges an Problemen mit sich ... er ist permanent pleite, obwohl er in seiner Ausbildung ganz gut verdient ... und er ist aggressiv. Ich habe schon das Gefühl, dass der Haschischkonsum ihm schadet. Und natürlich habe ich auch ständig Angst, dass er mal wieder erwischt wird und dadurch vielleicht sogar seine Ausbildungsstelle verliert. Ich kann da nicht einfach so darüber hinwegsehen

    Grüße euch
    Tina

  2. #2
    Benutzer Gilette befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Hallo Tina !!!!

    Zuerst einmal möchte ich Dir sagen,daß ich mit Dir fühle und Deine Sorgen nachvollziehen und verstehen kann !
    Jede Droge ist gefährlich ! Und jede Droge ist eine Einstiegsdroge !
    Gerade Haschisch zählt zu den bekanntesten Einstiegsdrogen (auch wenn es die Süchtigen so natürlich nicht sehen wollen) !!!!!

    Für Deinen Sohn mag es wirklich "normal" sein.Wie sollte es auch anders sein?
    Er konsumiert es bereits seit Jahren und hat jeglichen gesunden Bezug dazu verloren.
    Das es nicht normal ist wissen die,die noch mit einem gesunden Verstand aggieren.
    Und da liegt das Problem !!!
    Solange Dein Sohn es nicht als solches erkennt und akzeptiert,wirst Du (und das bedauere ich sagen zu müssen) nichts tun können :-(
    Wenn er von sich aus nicht dazu bereit ist etwas zu ändern,werden all Deine Bemühungen im Sande verlaufen.Das klingt hart und ist es auch.Leider sieht und hört man das überall.
    Liebe Tina...weshalb konnte Dir noch niemand helfen ?
    Was sagten all die Leute bei den Beratungsstellen zu Dir ?
    Was für Tipps haben sie Dir gegeben ? Welche Ratschläge hast Du gehört/bekommen?
    Und jetzt frage Dich selbst wozu Du noch bereit wärst ????
    Wie unterstützt Du Deinen Sohn?
    Hilfst Du Ihm Finanziel,wenn er mal wieder pleite ist ? Wenn ja...LASS es !!!!!!
    Wird Dein Sohn Dir gegenüber agressiv ? Wenn ja...RAUS mit Ihm !!!!!!
    Tina,es ist hart was ich schreibe,aber mit Verständnis für seine "Scheisse" (entschuldige den Ausdruck) ist Ihm nicht geholfen !
    Er muß richtig auf die Schnauze fallen um zu erkennen wie tief er gesunken ist.Vielleicht hätte er so die Chance über eine Therapie nachzudenken und sich für eine zu entscheiden.
    Ich spreche nicht aus persönlicher Erfahrung (zum Glück).Das ist aber meine persönliche Meinung,die auch zum Teil durch Berichte betroffener Eltern,Partnern usw.entstanden ist.
    Wie man es macht,kann man es falsch machen :-(
    Aber kann man denn in solch einer Situation überhaupt das Richtige tun ? Und was ist das Richtige?
    Das es so nicht weitergehen kann mit Deinem Sohn,hast Du bereits erkannt.Er ist mittendrin sein Leben weg zu werfen.Sein Körper reagiert bereits mit Agressionen !
    Versuche Dir bitte nochmals Hilfe zu holen.Das kann doch nicht sein,daß Dir keiner die richtigen Tips geben kann ! Wozu sind denn die Stellen bitte da?
    Ich würde Dir so gerne helfen,kann es allerdings nur als Laie und nach meinem persönlichen Empfinden.Ob Dir damit wirklich geholfen ist wage ich zu bezweifeln !
    Da müssen Profis ran und zwar schneller als schnell !!!!
    Liebe Tina...ich wünsche Dir wirklich viel MUT...und viel KRAFT auf einem schweren Weg.
    Wenn Dir allerdings das Schreiben und sich die Sorgen von der Seele reden hilft,bin ich gerne bereit Deine Beiträge zu lesen und zu beantworten.....JEDER ZEIT !!!!!!

    Viel Glück...LG Gilette

  3. #3
    Funky white boy tomcore befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Hallo Tina,
    ich bin selbst lange Zeit konsument gewesen und kenne die Problematik recht gut, mit der Du momentan kämpfst, was Deinen Sohn angeht. Das mit dem Thema Einstiegsdroge sehe ich da allerdings etwas anders als Gilette. Marihuana ist eine Biologische Droge, die keinerlei Synthetische Stoffe oder Chemie in den Körper einbringt. THC ( Tetra Hydro Cannabinol - der Wirkstoff ) dockt als körperverwandter Stoff an die Rezeptoren an, und überschwemmt das Hirn mit einem Stoff, der in geringen Mengen auch im Körper produziert werden kann. Einstiegsdroge ist ein 80er Jahre Modewort von denen, die gegen alles sind und stimmt so auch nicht. Falsche Freunde sind eine Einstiegsdroge, genauso wie ein evtl. fehlender Familiärer Halt und ein unzureichendes Soziales Umfeld. Soviel ersteinmal zum Konsum generell. Da ich aber weiß, das man bei längerem Konsum in eine Scheissegal Stimmung verfällt und den Stoff nur noch Konsumiert, weil man der Meinung ist, nur mit dem Stoff maximalkreativ sein zu können und so weniger von den gebrechen des umfeldes ertragen muss. Das Ihr Sohn ein Problem hat weiß er 100%ig. Rauswerfen, Geld sperren etc. bewirkt genau das gegenteil vom gewünschten Ziel. Das bringt ihn nur dazu weiter abzurutschen....damit bekommt er einen evtl. Einstieg zu härteren Sachen, um sich mehr zu betäuben. Wenn ich mich da an meine experimentalzeit erinnere, dann weiß ich, das es eine Sache gibt, die bei mir schwer gezogen hat. Das Gewissen ! Man neigt im Cannabisrausch dazu viel härter über Dinge nachzudenken. Gibt es Leute die Ihm wichtig sind, die es nicht wissen dürfen ? Gibt es die Möglichkeit Ihm klar zu machen, was er denen antut ? Was die davon halten ? Kiffer haben alle ein Monster Ego. Wenn das angekratzt wird, dann denken Sie darüber nach. Bei mir ging es von heute auf morgen. Ich hab einfach aufgehört. Hat Ihr Sohn einen Führerschein ? Weiß er, das dieser Weg ist, selbst wenn man Ihm nur mit einem Drogentest den Konsum in den letzten 6 Wochen nachweisen kann ? Das geht ganz schnell. Ich bin der Meinung, Bestrafung, Ultimaten und rauswurf werden es nicht verbessern. Wenn Sie Fragen dazu haben oder ein offenens GEspräch möchten, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Liebe Grüße aus Hamburg

    Tomcore





    Tomcore schafft das !!!!!!!! hee hee

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  4. #4
    Neuer Benutzer Tina befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Hallo Gilette, hallo tomcore,

    ihr habt euch so Mühe mit mir gegeben, und ich antworte so spät, tut mir leid Ich hatte eine üble Grippe und bin nun das erste Mal wieder am PC.

    Eure beiden Posts - also die Gegensätze darin - beschreiben eigentlich genau meine Situation: Auf der einen Seite möchte ich natürlich erzieherisch richtig handeln. Mir wurde von den verschiedenen Stellen immer wieder gesagt, Sohn rauswerfen, auf die Schnauze fallen lassen, wenn ich das nicht tue lernt er es nie. Soweit so gut, das leuchtet mir ja ein. Aber ich kann das nicht!!!!! Ich war zweimal kurz davor, und habe meinen Sohn das auch deutlich spüren lassen. Schon war er der liebste Sohn auf Erden, hat alles eingesehen, und ich habe es nicht übers Herz gebracht. Natürlich hat diese Einsicht nie lange gehalten, aber so weit gebracht hat er mich letztlich noch nie, dass ich es wirklich geschafft und durchgezogen hätte, ihn rauszuwerfen.

    Und warum habe ich so Angst vorm Rauswerfen? Das ist das was tomcore anspricht ... mein Sohn wird total abstürzen, wenn ich ihn rauswerfe. Das ist nicht nur eine Vermutung von mir, sondern das weiß ich mit absoluter Sicherheit, ich kenne meinen Sohn. Er wird morgens nicht mehr aufstehen und zur Arbeit gehen, er wird aus Geldmangel heraus kriminell(er) werden und letztlich ohne abgeschlossene Ausbildung auf der Straße enden. Ich kann das nicht verantworten. Mein Inneres sagt mir, dass mein Sohn einfach noch nicht reif genug ist, um auf sich selbst aufzupassen. Natürlich muss er es lernen, aber noch hat er es nicht gelernt und jetzt mitten in der Ausbildung alle Zelte für ihn abzubrechen, ich kann das nicht Ich könnte es mir nie verzeihen, wenn dann sein ganzes Leben versaut ist. Noch raucht er "nur" Haschisch, ihn dafür zu verdammen, nein, ich kann das echt nicht.

    Ich muss dazu sagen ... momentan hat er eine Freundin die ziemlich positiv auf ihn einwirkt. Es ist schon ungefähr 2 Monate her, dass er zuletzt aggressiv mir gegenüber war. Zur Zeit sind sogar vernünftige Gespräche möglich. Ich fühle mich momentan also nicht ganz so verzweifelt, wie es zuvor als schon gewesen war. Dennoch ist das Problem natürlich nicht vom Tisch, aber ich weiß nicht was ich tun kann??? Mit seinen 19 Jahren lässt er sich von mir nichts sagen. Ich habe ihn schon so oft gebeten, doch mal zu einer Beratungsstelle zu gehen, oder einfach mal eine Therapie bei einem Arzt zu machen. Tut er nicht, basta. Gut, dann gehe ich halt selbst zu solchen Stellen, und bekomme dort gesagt, ich solle ihn rauswerfen, was ich aber nicht hinkriege. Somit ist mir das dann ja auch keine Hilfe.

    Weiß echt nicht

    Ich denke, wenn er erstmal die Ausbildung abgeschlossen hat, werde ich offener sein können für radikale Maßnahmen. Denn dann ist meine "Erziehungsarbeit" im eigentlichen Sinne ja abgeschlossen, er hat ausgelernt und ist dann auch wirklich erwachsen, bzw. sollte es dann sein mit 21. Wenn er dann mal seinen Arbeitsplatz verliert, dann versaut ihm das nicht gleich sein ganzes Leben. Dann muss er endlich etwas daraus lernen und kann bei einer neuen Arbeitsstelle nochmals einen neuen Versuch starten. Wenn er aber jetzt seine Ausbildungsstelle verliert - und diese ist sehr sehr gut und hat er nur mit Riesenglück überhaupt bekommen - dann ist sein Leben versaut. Eine solche Stelle erhält er nie wieder, das scheitert alleine schon an seinem Abschlusszeugnis (beworben für die aktuelle Stelle hatte er sich mit dem viel besseren Halbjahreszeugnis). Solch eine Stelle bekommt er nie wieder, und trotz seinem Haschisch-Konsum ist ihm selbst diese Stelle auch wichtig.

    Zum Thema "sein Ego ankratzen" ... das habe ich schon versucht, indem ich allen Verwandten davon erzählt habe. Ich habe nicht wirklich Rückhalt von unserer Verwandtschaft, deshalb hat das letztlich auch nichts gebracht. Und sein Vater (von dem ich mich scheiden ließ, als mein Sohn ein halbes Jahr alt war) kifft selbst, von der Richtung her ist also auch nichts zu erwarten. Tja, und all seine Freunde kiffen selbst, von der Seite her kann sein Ego also auch keinen Schaden nehmen. Was momentan hilft ist wie gesagt seine Freundin, die kifft nicht und will nicht, dass er kifft. Kann sein, dass er den Konsum aufgrund dieser Beziehung auch schon eingeschränkt hat. Das würde ich fast vermuten, aber genaueren Einblick habe ich da ja nicht.

    Mein Sohn fährt Auto seit ein paar Monaten, ja. Das mit den 6 Wochen weiß er, scheint ihn aber nicht groß zu jucken

    Naja, also ihr seht, ich bin ziemlich hoffnungslos, was meine eigenen Möglichkeiten angeht Ich hoffe und bete momentan einfach nur, dass die Freundin weiterhin helfen wird in die richtige Richtung.

    Dass ich den Drogenkonsum nicht verharmlosen darf, nur weil es viele tun, ist mir jedoch wieder klar geworden in diesem Gespräch. Ich werde weiter am Ball bleiben und nach Möglichkeiten suchen, etwas zu tun. Es ist eigentlich ein ständiger Prozess ... was ich tun kann ist ja eigentlich wirklich nur, ihm kein zusätzliches Geld zu geben, solche kleinen Dinge. Diese ziehe ich durch, und habe jedesmal aufs Neue meinen Kampf damit. Aber das klappt einigermaßen. Ich vermute, ich hätte schon viel früher sehr viel härter mit ihm umgehen müssen, als es noch nicht um seine Ausbildungsstelle ging sondern nur um ein evtl. verlorenes Schuljahr, und als er noch jünger war und auf mich hören "musste". Offensichtlich habe ich das verpasst

    Euch beiden vielen lieben Dank für Eure Unterstützung!!!!

    Grüße euch
    Tina

  5. #5
    Benutzer Gilette befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Im Endeffekt bleibt mir persönlich nichts anderes übrig,als Dir viel Glück zu wünschen !!!!!
    Mach Dir bitte keine Vorwürfe !

    LG Gilette

  6. #6
    Neuer Benutzer Tina befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Danke dir Gilette!!

  7. #7
    Neuer Benutzer tomtom befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Hallo.

    Also eigentlich hätte ich gerne etwas geschrieben, aber nachdem ich solche Texte lese;

    Das es nicht normal ist wissen die,die noch mit einem gesunden Verstand aggieren.

    merke ich, dass ich als Kiffer euch meine Sichtweise lieber doch nicht mitteilen sollte, da man ja von manchen Personen dann eh nur von oben herab behandelt wird.

    Aber um auf die Frage zu sprechen zu kommen: Ja, Haschisch rauchen ist normal. Unnormal ist es sich Nervengift ins Hirn zu pumpen oder andere als unnormale Menschen abzustempeln weil sie kiffen. Das ist gar entwürdigend.
    Geändert von tomtom (23.04.2010 um 16:23 Uhr)
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  8. #8
    Neuer Benutzer stars82 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Das sind ja krasse Sachen hier. Mich würde interessieren, ob der Sohn, inzwischen ja 21 aus dem Haus geworfen wurde. Weshalb hört mit 21 die Erziehungsarbeit der Eltern auf? Ich bin fast 30 und habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern und lerne heute noch von ihnen, heißt das also - meine Eltern sollten mich nicht mehr erziehen? Hätten sie mich mit 19 aus dem Haus geworfen, als ich selbst gekifft habe, wer weiß wo ich heute wäre?! Heute kiffe ich noch und arbeite und habe studiert, wahrscheinlich ein Wunder!!

  9. #9
    Neuer Benutzer butterfly befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Avatar von butterfly
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    Ach wie die alle hier maßlos übertreiben, der Sohn ist mit 19 Agro, ich meine - ist das nicht normal`? Ein Teenager, der genervt ist, und eine überfürsorgliche Mutter an der Backe hat... hallooo? Schon mal was von Pubertät gehört?? Anscheinend nicht, es sind immer die Aggressiven Haschischraucher?! Lächerlich leute echt
    ~~ Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu. ~~

  10. #10
    Neuer Benutzer lottchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Standard Also ich weiß nicht ...

    Mir ging es vor ein paar Jahren ähnlich, der Beitrag von Tina oben könnte fast meiner sein. Ich war machtlos, kam nicht an meinen Sohn heran, irgendwann habe ich es aufgegeben. Zumal er zu seiner Freundin zog und ich sowieso nur von Zeit zu Zeit etwas von ihm hörte. Ich habe gehofft und gebetet, dass es eben "nur" die Pupertät ist, und er schon weiß was er tut. Bis letztes Jahr im Frühjahr es morgens Sturm geklingelt hat bei mir ... die Kripo mit 5 Mann und 1 Frau ... Wohnungsdurchsuchung. An diesem Morgen hatten sie zuvor meinen Sohn in der Wohnung seiner Freundin festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt. Warum? Weil er mittlerweile auf Heroin spritzen umgestiegen war und ihm für die Geldbeschafftung dafür nichts besseres eingefallen ist, als bewaffnete Raubüberfälle zu begehen, zusammen mit ein paar Kumpels. Ich bin im Flur zusammengebrochen, als mir die Leute von der Kripo sagten warum sie hier sind. Die haben mich erstmal ins Wohnzimmer auf die Couch gehieft und mir etwas später halt genauer erklärt worum es geht. Ich wusste zuvor weder dass mein Sohn Heroin spritzt, und natürlich erst recht nichts von Überfällen.

    Mein Sohn war Gott sei Dank nur 4 Wochen in Untersuchungshaft. Er macht eine Ausbildung und zum Glück hat sein Ausbildungsbetrieb sich ins Zeug gelegt für ihn gegenüber der Kripo. Danach kam erstmal monatelanges Warten auf einen Therapieplatz, dann ca. 6 Monate stationäre Therapie, und momentan warten wir gerade darauf dass er wieder anfangen darf zu arbeiten. Der Ausbildungsbetrieb ist trotz aller Solidarität vorsichtig geworden und mein Sohn muss regelmäßig Urinproben beim Betriebsarzt abgeben. Da er nach der Therapie zumindest wieder Haschisch geraucht hat, ist der momentane Stand der Dinge immer noch, dass er noch nicht wieder arbeitet.

    Zudem hat er bei der Gerichtsverhandlung 2 Jahre Bewährung gekriegt, mit der Auflage eben die Therapie zu machen. Die Therapie hat er gemacht ja, aber seit er wieder draußen ist (und ja kein Geld verdient), dann doch immer mal wieder was geklaut und erwischt worden. Ich renne nur noch hinterher, ihn möglichst aus jeder Kacke nochmal rauszuziehen die er sich antut. Keine Ahnung wie das alles noch enden wird.

    Also kurz gesagt: Ich weiß wirklich nicht, ob man es so locker sehen kann, wenn Kind Haschisch raucht. Bleibt es dabei, na gut. Aber es ist eine Einstiegsdroge für Härteres, und damit kann sich das Kind schon mal ganz schön das gesamte Leben vermiesen. Mein Sohn sitzt dermaßen in der Scheiße, erst die Tage hat er mir gesagt, dass ihn das ganze Leben nur noch ankotzt und er sich am liebsten umbringen würde. Na klasse. Ich kann darauf nur sagen, das und das ist doch schon soweit geklärt, und du darfst doch auch bald wieder anfangen zu arbeiten, es wird doch wieder alles gut, bitte tue mir das nicht an. Und genau hier sind wieder meine Grenzen, ihm nicht weiter helfen zu können!!!

  11. #11
    Neuer Benutzer lottchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    ... Mein Sohn ist kein Krimineller in dem Sinn, dass man sagen könnte, der ist halt so. Im Gegenteil, er ist Sensibelchen genau wie ich, gibt (gab) sich Mühe in der Ausbildung und war mit 1 und Abstand Bester bei der Zwischenprüfung, er ist jemand der sofort parat steht wenn jemand Hilfe braucht, er ist also nicht einfach ein "Arsch". Aber er ist süchtig, und weiß offensichtlich nicht wie es geht ohne Drogen. Gut, dass er von Heroin weg ist glaube ich, sonst würde er mittlerweile anders da hängen, und das ist ja schonmal eine mords Leistung. Aber irgendwas braucht er wohl immer noch. Ich weiß nicht wie weit es mit dem Haschisch ist, dass er auch davon los ist. Aber die Tage als er hier war hat er mich gefragt, ob ich nicht paar Tabletten Stangyl für ihn habe, weil er nicht schlafen kann. Die nehme ich, weil es mir auch nicht gut geht, zum Schlafen eben. Ich weiß aber, das nimmt er nicht mal eben nur abends wenn er tatsächlich nicht schlafen kann, sondern das nutzt er zur Dröhnung auch tagsüber.

    Ich selbst rauche wie blöd, das kann man sicher nicht vergleichen mit Drogensucht, oder doch? Jedenfalls weiß ich, würde man mich auf Zigarettenentzug stellen, würde ich im Dreieck hupsen. So ungefähr stelle ich mir die Süchte meines Sohnes vor, nur eben sehr viel schlimmer. Bei ihm ist es wohl so, irgendeine Dröhnung, egal wie, ob Haschisch, Heroin, Tabletten, keine Ahnung, hauptsache nicht klar im Kopf sein. Ich frage mich ernsthaft, wie er da wieder herauskommen kann, ob und wie so etwas überhaupt geht? Wenn man keine Lust mehr auf das Leben hat, weil man sich durch die Sucht zu sehr in die Scheiße geritten hat, und gleichzeitig von der Sucht nicht lassen kann, wo soll das enden?

  12. #12
    Neuer Benutzer unika befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Avatar von unika
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    Liebe Lottchen,
    es ist ganz schlimm, was du durchstehen musst. Ich weiß auch gar nicht, ob ich kompetent genug bin, um dir zu Antworten. Meine Erfahrung ist folgende: früher ganz früher, habe ich selbst alle möglichen Drogen ausprobiert. Angefangen hat das mit Marihuana, es ging weiter über LSD, Speed, Ecstasy und sogar Heroin! Glücklicherweise habe ich nie gespritzt, sondern nur durch die Nase gezogen. Ich war in einer schlechten Verfassung, wog fast kaum was. Meine Eltern wussten natürlich nichts davon, denn damit gibt man nicht unbedingt an. Ich kann nicht behaupten, dass ich süchtig war, allerdings habe ich mir an meinem Kalender immer Anmerkungen gemacht, wann ich Heroin genommen habe, nach einigen Monaten bekam ich Schmerzen im Herzbereich usw. Kurz gesagt, eines Tages bin ich erwacht - und damals Atheistin, habe ich irgendwie gefühlt, dass mich etwas beschützt, beobachtet, auf mich achtet und habe mit allem aufgehört, seit dem habe ich nie wieder Heroin angefasst. Gras rauche ich heute noch und habe damit kein Problem.

    Fazit, der Glaube an Gott (nicht im christlichen Sinne oder gewöhnlichem Religionssinne) - einfach der Gedanke, man ist nicht allein und es wird dir geholfen, hat ausgereicht. Aber ich bin auch ein ziemlich starker charakter.

    Meine weitere Erfahrung mit Heroinabhängigen (da ich ziemlich viele in meinem Freundeskreis hatte)

    Man sagt ja "einmal Junkie, immer Junkie". Daran liegt was. Es gelingt ganz wenigen davon runter zu kommen. Es ist das Schlimmste (neben Crack), was man nehmen kann. Selbst eine Therapie reicht nicht mal aus. Ich habe kein Recht, dir zu sagen, was du tun sollst und was nicht. Eindeutig ist, dass dein Sohn in einer für ihn schlechten Umgebung ist. Seine Freunde sind nicht wirklich seine Freunde. Hat er denn jemanden, der keine Drogen nimmt, jemand mit dem er aufgewachsen ist, vielleicht kannst du dich an diese Person wenden, damit sie mit ihm sprechen.

    Vielleicht könnte er Therapiesitzungen (wöchentlich) bei einem Psychotherapeuten, der sich in diesem Bereich auskennt, ausprobieren. Arbeit wird ihn zwar ablenken, aber wenn diese Arbeit ihn nicht erfüllt, wird er vermutlich wieder zu Drogen greifen, oder eben durch Freundeskreis oder durch Langeweile. D.h. meiner Meinung nach braucht er einen Lebensinhalt, der ihn zufrieden stellt.

    Das kann er allerdings nur erreichen, wenn er SELBST BEWUSST WIRD, was er sich und den Seinigen antut. Wenn du verstehst. Also es gibt nichts was du machen kannst, außer dich erkundigen und selbst eine Entscheidung zu treffen, wie lange du ihn dabei unterstützen willst. Und klar, sobald er Zugriff zu Tabletten hat, wird er sie nehmen, weil sie high machen.

    Achso und noch ne Info: Heroinsüchtige rauchen nicht so gern Gras oder Haschisch, weil ihr Körper das nicht so gut erträgt, wenn sie rauchen, dann nur ein wenig.

    Geh davon aus, dass dein Sohn dich weiter anlügen wird und solange du ihn unterstützt mit irgendwelchen Tabletten oder Geld, hilfst du ihm nicht, sondern förderst seine Sucht.

    HOffentlich konnte ich dir wenigstens etwas helfen.

    Liebe Grüße und alles Gute

  13. #13
    Neuer Benutzer unika befindet sich auf einem aufstrebenden Ast Avatar von unika
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    Achso und PS. als Krimineller wird man nicht geboren, man wird durch Lebensumstände dazu "gezwungen" wird, weil man denkt keine andere Wahl zu haben. Außerdem gibt es sicherlich Kriminelle, die sensibel sind, ein gutes Herz haben usw. Das würde ich nicht verallgemeinern, nur weil es DEIN Sohn ist. Bewaffneter Raubüberfall, Wohnungsdurchsuchung usw. Das ist alles schlimm, weiß ich, allerdings sollte man JEDEM eine zweite Chance geben. Er muss sich nur bewusst werden, dass du ihn bei seinen Tätigkeiten NICHT unterstützt! Wie lange war er denn in Therapie und wie lange nimmt er schon Heroin?

  14. #14
    Neuer Benutzer lottchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Hallo unika,

    vielen lieben Dank für deine hilfreichen Worte!

    Leider weiß ich sehr sehr wenig über meinen Sohn, wie du auch anmerkst, lügt er mich ständig an. Deshalb weiß ich gar nicht so genau, wann das mit dem Heroin angefangen hat. Festgenommen wurde er im März 2010, im Sommer davor, also 2009, hat er wohl schon gespritzt. Und das weiß ich auch nur von der Mutter seiner Freundin, die mir nach der Festnahme irgendwann erzählt hat, dass sie sich letztes Jahr im Sommer immer gewundert hat, dass die beiden trotz aller Hitze mit langen Ärmeln rumlaufen, und sie sich damals schon etwas gedacht hatte. Meinereiner war zu naiv, sich etwas zu denken

    Was seinen Freundeskreis angeht habe ich auch keinen Einblick. Ich wüsste nicht einmal jemanden in seinem Alter, der keine Drogen nimmt. Wie mein Sohn sagt, tut das "jeder" den er kennt. Besonders hier bei uns im Ort und in den Nachbardörfern ist das wohl so gang und gebe. Wir haben hier eine Gesamtschule im Ort, die echter Drogenumschlagplatz ist, so sagte mir mal ein Polizist, als ich mich mal voller Verzweiflung anonym an die Polizei gewandt habe. An dieser Schule war mein Sohn früher auch. Mittlerweile wohnt er in der Stadt, also nicht mehr hier im Landkreis, aber hat dort wohl auch keine "besseren" Freunde gefunden.

    Ja, auch seine Freundin (hat) gespritzt, sie hat zwei kleine Kinder, von anderen Männern, beide wurden ihr deswegen abgenommen. Das kleinere ist bei Pflegeeltern, das größere im Kinderheim. Auch sie war 6 Monate in Therapie, in der gleichen wie mein Sohn, zum Teil war es eine gemeinsame Zeit für sie. Aber geholfen hat es wohl so wirklich nicht bei beiden. Vor ca. zwei Monaten hatte mich mein Sohn abends angerufen ... Mutter, du bist doch die einzige die ich noch habe ... du musst mir unbedingt helfen ... morgen habe ich Urinprobe beim Betriebsarzt, aber ich habe Haschisch geraucht ... du musst mir unbedingt Urin von dir geben, dass ich den morgen abgeben kann. Ich dachte ich höre nicht richtig! Abgesehen davon, dass ich solche Betrügereien nicht mitmache, und dann erst recht Angst hätte dass mein Sohn seinen Ausbildungsplatz verliert (wenn er betrügt), habe ich ihn darauf hingefragt, ob er denn tatsächlich außer mir niemanden kennt, der keine Drogen nimmt. Nein, war die erschütternde Antwort. Mir fällt da nichts mehr ein!

    Das mit dem "ihm helfen" ... ja das ist mein großes Problem. Ich weiß nie, was gut ist und was nicht. Einerseits hoffe ich inbrünstig, dass er den Weg zurück findet, und will ihm diesen Weg so leicht wie möglich machen. Andererseits habe ich natürlich keine Lust, dass er Geld das ich ihm gebe in Drogen umwandelt. Nachdem er letztes Jahr festgenommen wurde, habe ich alles für ihn bezahlt ... um die 4.000 eur für rückständige Handyrechnungen, Bußgeld wegen Fahren mit Haschisch im Blut, Käufe die er getätigt hat und nie bezahlt hat, Anwaltsrechnungen ... als er nach den 4 Wochen Knast wieder rauskam war er vollkommen clean in Sachen Geld. Danach habe ich die Schrauben geldmäßig wieder enger gedreht, ich habe ja selbst eine Schaff alles bezahlen zu können. Lange Zeit habe ich ihm dann seine Post einfach ungeöffnet weitergeschickt zur Wohnung seiner Freundin, wollte gar nichts mehr wissen von seinen finanziellen Verpflichtungen, und mein Sohn hat gelernt das zu akzeptieren. Ich weiß nicht warum, aber irgendwann als Post kam von Inkassounternehmen, habe ich doch mal wieder angefangen solche Post zu öffnen. Als Ergebnis habe ich wieder angefangen ihm alles zu bezahlen was im Argen liegt, einfach aus Angst heraus dass er Schufaeinträge bekommt. Und immer mit dem Glauben im Hinterkopf, bald kann mein Sohn seine Ausbildungsstelle wieder antreten, dann verdient er wieder Geld und alles wird gut.

    Tja, mit der Ausbildungsstelle, morgen, also am 7.11. wäre Termin gewesen, wo er wieder anfangen darf. Nun doch wieder nicht, wie ich heute Abend erfahren habe. Es zieht sich unendlich in die Länge. Also der Job macht ihm Spaß. Als er im Knast war und ich ihm zum ersten Mal besuchen durfte, war seine erste Frage an mich, hast du mit meinem Chef gesprochen? Er war schon immer stolz wie ne Brezel auf den Ausbildungsplatz, der ist auch wirklich klasse mit allen Zukunftschancen. Er ist ihm wichtig, und er macht ihm Spaß, das ist als mal meine letzte Hoffnung, dass er vielleicht deswegen die Kraft finden wird sich aufzurappeln. Aber bislang ist es nicht so und ich werde immer hoffnungsloser.

    Psychotherapie, jede Woche eine Sitzung, das werde ich ihm vorschlagen, danke für den Tipp! Irgendwer muss sich um ihn kümmern. Ich kann es nicht so wirklich, weil er halt vor mir immer alles positiver darstellen will als es ist, und mich deswegen ständig anlügt. Sein Chef kann es auch nicht, obwohl der schon zu mir gesagt hat, ich soll mir keine Sorgen machen, sie kümmern sich um ihn. Ja, aber dort will er ja eben auch alles positiver darstellen als es ist, um den Job nicht zu verlieren. Er bräuchte jemanden, zu dem er ehrlich sein kann.

    Dir ganz liebe Grüße
    lottchen

  15. #15
    Neuer Benutzer lottchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    Ich habe übrigens auch im Alter von ungefähr 17 bis 20 Drogen genommen ... Haschisch eben, und zweimal LSD. Letzteres war der absolute Höllentrip für mich, besonders beim zweiten und letzten Mal. Das Haschisch dagegen ging über ein paar Jahre, bis es mich irgendwann einfach nur noch genervt hat, ständig benebelt im Kopf zu sein. Ich habe dann kurz entschlossen aufgehört und das war eine echte Erleichterung für mich. Von daher, ich bin bestimmt nicht "überbesorgt", ich war selbst nicht die Brävste in dem Alter. Das nochmal zu den Beiträgen weiter oben. Eltern sind nicht automatisch überfürsorglich, wenn sie sich Sorgen wegen Drogen bei den Kindern machen.

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