Der erste Tag ohne Zigaretten
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am 09.10.2008 um 21:01 (1697 Hits)
Es ist soweit, heute war der erste Tag, den ich ohne Zigaretten verbracht habe. Es lief besser als ich vermutet hatte. Nachdem ich ja gestern noch Angst vor dem Aufhören hatte - Angst ganz fürchterlich nervös zu werden, sehr leiden zu müssen, es nicht durchzuhalten - war ich dann heute relativ entspannt.
Es sind Momente, die weh tun, einfach nur kurze Momente, nicht länger als einige Sekunden. Wahrscheinlich ist "weh tun" der falsche Ausdruck, ich weiß aber nicht, wie ich es sonst nennen könnte. Es fühlt sich an, als ob sich in der Brust / im Herz etwas zusammenzieht und ganz heiß wird. Für einen Moment hat man das Gefühl, dass gleich etwas passieren wird - dass das Herz anfangen wird zu rasen, dass man zu Heulen anfangen wird - irgendetwas. Doch noch bevor man weiter darüber nachdenken kann, ist dieses Gefühl schon wieder verflogen.
Mir ist aufgefallen, dass dieses Gefühl nur in Zusammenhang mit Gedanken an die Zigaretten aufkommt. Wenn ich völlig abgelenkt bin, gibt es dieses Gefühl gar nicht. Erst wenn meine Gedanken wieder Spielraum haben um an Zigaretten zu denken, oder wenn ich vollautomatisch zur Zigarette greifen will und merke dass ich ja gar nicht mehr rauche, dann kommt dieses Gefühl hoch. Mal mehr und mal weniger heftig.
So wie sich diese Suchtmomente anfühlen, würde ich sie eigentlich klar als körperliche Entzugserscheinungen einstufen. Denn ich spüre sie wirklich körperlich, ganz heiß in meiner Brust. Dennoch trägt die Psyche dazu bei, diese Momente überhaupt erst auszulösen. Seltsam, wie doch der Mensch gestrickt ist! Ein Grund mehr, beim Entzug auf beides zu achten: Auf den Körper UND auf die Psyche. Wobei bei meiner Entzugsmethode Champix für den Körper und Liferewards für die Psyche zuständig ist.
Ich hoffe, dass diese Kombination nach all meinen vorherigen Versuchen jetzt endlich auch bei mir helfen wird. Ich weiß, dass wenn ich meinen Gedanken freien Lauf lassen würde, sie sich in kürzester Zeit in ein Bedürfnis nach Rauchen hineinsteigern würden, gegen das keine Vernunft ankommen kann. Als ob ich in meinem Kopf zwei Krieger hätte, die verbittert gegeneinander kämpfen, der eine für und der andere gegen das Rauchen. Sobald derjenige, der gegen das Rauchen kämpft, Schwäche zeigt, fange ich an, den Gedanken mir Zigaretten zu besorgen als echte Möglichkeit zuzulassen. Und wenn ich erst mal soweit bin, das überhaupt in Erwägung zu ziehen, dann dauert es nicht mehr lange bis ich dem nachgebe, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Genauso haben all meine letzten Versuche aufgehört ... Gedanken nicht im Griff gehabt, reingesteigert, kapituliert, Zigaretten gekauft, fertig war der Aufhörversuch.
Und gerade weil ich diesen Ablauf so gut kenne, WILL und MUSS ich dieses Mal vor allen allen Dingen meine Gedanken fest im Griff behalten!! Und wenn ich merke, sie lassen sich nicht im Saum halten und entgleiten mir, dann renne ich los, dann renne ich ab in den Wald (der ist gleich hinter dem Haus wo ich wohne), das habe ich mir fest vorgenommen. Loslaufen, davonlaufen, frische Luft ins Hirn pumpen. Das ist mein Notfallplan und ich hoffe nur, dass ich mich - wenn es nötig werden sollte - dann auch wirklich daran erinnere und ihn umsetze bevor es zu spät ist.
Naja, wenn ich so d'rüber lese, was ich jetzt geschrieben habe, dann stelle ich doch fest, dass ich immer noch Angst habe. Angst es nicht zu schaffen, Angst vor den schlimmen Momenten die alles zum Stürzen bringen könnten. Nun gut, vielleicht ist diese Angst normal, vor allem wenn man die Niederlage schon mehrmals erlebt hat und sie für nichts in der Welt nochmals wiederholen will.
Ok, aber jetzt genug geschrieben für heute. Der erste Tag ist geschafft, das ist die Hauptsache. Wie im Liferewards-Programm geschrieben steht: Morgen ist noch genügend Zeit um an morgen zu denken. Es geht immer nur darum, das HEUTE erfolgreich abzuschließen.



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