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Mein Weg zum Nichtraucher mit Champix

Tag 6 und 7 mit Champix - Persönliche Gründe für den Rauchstopp

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von am 03.10.2008 um 20:32 (1842 Hits)
Mit Bloggen war gestern nichts drin, überraschend wurde ich zum Ausgehen "gezwungen" und fiel danach einfach nur noch ins Bett. Deshalb muss ich den gestrigen Teil vom Bloggen und auch vom Programm heute nachholen.

Am Tag 2 vom Liferewards-Programm geht es um die ganz persönlichen Gründe, die man für den Rauchstopp hat. Man soll darüber ganz genau nachdenken und die Gründe aufschreiben, das leuchtet mir ein. Es ist tatsächlich so (und das weiß ich aus eigener Erfahrung), dass man die Gründe innerhalb kürzester Zeit vergisst, sobald man aufgehört hat zu rauchen. Sie sind wie weggewischt aus den Gedanken, stattdessen fallen einem nur noch Gründe ein, warum man doch schnell wieder ANFANGEN muss zu rauchen ... ich nehme zu, ich kann mich nicht konzentrieren und vernachlässige deshalb meine Arbeit, ich bin zu gereizt, das kann ich meinen Mitmenschen nicht zumuten usw. Jaja, kennen wir alle

Nüchtern betrachtet sind all diese Gründe, die FÜR das Rauchen sprechen, ein Blödsinn in sich selbst. Was sind diese vorübergehenden Erscheinungen im Gegensatz zu einem kranken und teuren Leben auf Dauer? Gut, das sage ich jetzt so schlau daher, während ich ja hier noch meine Kippen liegen habe und mir jederzeit eine anzünden kann. Ich weiß aber jetzt schon, dass dieser Kampf - Rauchen ja oder nein - vor mir liegt. Früher oder später nach meinem Rauchstopp wird das kommen. Vielleicht geht es nicht jedem so, aber bei mir war es bisher bei jedem einzelnen Versuch so gewesen und das "Ja" hat letztlich noch immer gesiegt. Diesmal muss es anders werden!! Deshalb meine Aufhör-Gründe diesmal wirklich in Schriftform:

1. Ich merke sehr deutlich, dass mich das Rauchen krank macht. Ich habe nicht nur wesentlich häufiger grippale Infekte als meine nichtrauchenden Mitmenschen, sondern ich bin insgesamt sehr viel weniger leistungsfähig in ziemlich allen Lebensbereichen. Vieles kann ich gar nicht tun, weil mir sofort die Luft weg bleibt. Anderes kann ich zwar tun, aber nur mit unmenschlichen Anstrengungen und ich bin nach kurzer Zeit schon schweißgebadet während andere bei der selben Tätigkeit nicht mal ansatzweise eine Anstrengung verspüren. Ich fühle mich insgesamt ziemlich krank und denke mit tiefer Trauer (ja, hört sich blöd an, ist aber so!) an die früheren Jahre zurück, in denen ich von den Auswirkungen des Rauchens noch nichts oder nur wenig spürte. Als ich noch die Kraft hatte alles zu tun was ich wollte, anstatt in meinen Möglichkeiten so eingeengt zu sein wie es mittlerweile ist.

2. Das Rauchen bedeutet langsam aber sicher meinen finanziellen Ruin. Durch persönliche Umstände habe ich seit einiger Zeit wesentlich weniger Geld monatlich zur Verfügung als es vorher immer gewesen war. Ich muss zur Zeit mit 400 EUR monatlich auskommen: für Lebensmittel, Benzin, alles was außer der Reihe anfällt und natürlich für's Rauchen. Man muss kein Rechenkünstler sein um festzustellen, dass das gar nicht funktionieren kann! Dementsprechend rutsche ich Monat für Monat weiter ins Minus, warte mittlerweile jeden Tag auf ein Anschreiben von meiner Bank, aber habe nichts besseres zu tun als fast alles was ich zur Verfügung habe zu verqualmen! Wenn ich die Kosten für meine rund 60 Zigaretten am Tag auf den Monat hochrechne, komme ich dabei immerhin auf runde 350 EUR !!! Wie blöd muss man denn sein? Ich will mich hier zwar nicht öffentlich darstellen als der dümmste Mensch auf Erden, aber dümmer kann man doch wirklich gar nicht sein, oder Ehrlich gesagt ist dieser Grund - das Finanzielle - der Ausschlag, warum ich es jetzt nochmal ENRSTHAFT probiere aufzuhören. Zum einen will ich nicht länger an meinem eigenen Verstand zweifeln, der muss im Zuge der Sucht völlig abhanden gekommen sein. Und zum anderen geht es einfach nicht mehr länger, ich kriege doch die größten Schwierigkeiten!! Alle anderen Gründe ... Gesundheit und was ich nachfolgend noch auführen werde ... kann ich irgendwo ignorieren, sie aus meinen Gedanken wegwischen. Aber diesen Grund - das Finanzielle - kann ich nicht wegwischen, denn da gibt es andere Leute die auf mich zukommen werden, wenn ich meine Sachen nicht mehr bezahlen kann. Dem kann ich nicht entfliehen.

3. Ich stinke fürchterlich nach Qualm! Klar, als Raucher stinkt man nach Qualm. Aber ich habe zunehmend das Gefühl, dass das heutzutage nicht mehr so leicht akzeptiert wird wie beispielsweise noch vor 10 Jahren. Heutzutage ist das Rauchen größtenteils verpönt, während früher irgendwie jeder geraucht hat (naja, fast jeder ). Kurzum, dieser Grund wäre mir früher nicht als Aufhörgrund in den Sinn gekommen. Heute dagegen steht er immerhin sehr weit oben auf meiner Liste. Wer will schon jemand sein, bei dem die Leute nach Luft schnappen wenn man in ihre Nähe kommt?? Nicht nur dass Kollegen - wenn auch freundschaftlich - immer mal wieder was loslassen wie "jetzt bringst du den Qualm hier rein, wo ich gerade gelüftet habe". Nein, auch von meinem Hausarzt wurde ich letztens gefragt, wie viel ich denn rauche - wohl als Vorbereitung auf das was er mir eigentlich sagen wollte und dann auch gesagt hat: "Man riecht es 10 m gegen den Wind." Das hat mir ganz besonders zu denken gegeben, denn der ist keiner der mich mal eben ärgern will. Und es war keine 5 Stunden her, dass ich unter der Dusche gestanden hatte und mir frische Klamotten angezogen hatte. So viel dazu

4. Wie eingangs in diesem Blog mal erwähnt, möchte ich einfach nicht mehr süchtig sein!! Ich mache Dinge, die mir völlig widerstreben (gebe viel zu viel Geld aus für's Rauchen, laufe stinkend durch das Leben, scheue es nicht nachts um 3 noch 15 km zu fahren um mir an einer Tankstelle Zigaretten zu holen usw.), und das alles nur, weil ich suchtkrank bin!! Wie kann man unter diesen Umständen noch Selbstachtung aufbringen???

Wisst ihr was, ich höre an dieser Stelle auf mit meinen Gründen. Wenn es auch noch weitere gibt, waren dies die wichtigsten und auch die einzigsten, die mich zum Handeln bewegen könnten. Diese 4 Gründe sind so wichtig für mich, dass ich sie jetzt einfach mal alleine da stehen lasse zum späteren Nachlesen, ohne mit zusätzlichen - für mich eher unwichtigen Gründen - abzulenken.

Nun noch kurz zum Tag 3 des Lifereward-Programms:

Fast lustig, aber dieses Kapitel fängt mit der Überschrift an: "Der Aufbau einer gesunden Selbstachtung". Hierzu schreibt Pfizer unter anderem:

"Ist Ihnen schon aufgefallen, wie viele Leute glauben, dass Sie als Raucher sorglos mit Ihrer Gesundheit umgehen – dass es Sie nicht wirklich kümmere, was Sie Ihrem Körper antun? Wir bei LifeREWARDS™ wissen, dass das einfach nicht stimmt – und wir werden es Ihnen beweisen."


Danach verdeutlichen mehrere Beispiele, dass man als Raucher tatsächlich nicht ganz sorglos ist, was die Gesundheit angeht. Tatsächlich unternimmt man als Raucher die selben Gesundheitsvorkehrungen wie alle anderen Menschen auch. Man schnallt sich im Auto an, man putzt sich regelmäßig die Zähne, man versucht sich bewusst zu ernähren ... um nur wenige Beispiele der Aufgeführten zu nennen. Alles selbstverständlich? Na klar, auch und sogar für einen Raucher

Naja, ich denke es ist schon richtig, wenn Nichtraucher davon sprechen, dass Raucher verantwortungslos gegenüber ihrer Gesundheit handeln. Das ist ja auch Fakt! Und ich kann es auch verstehen, wenn sehr viele Nichtraucher absolut kein Verständnis für unser Leiden haben. Wie sollten sie auch??

Ich wiederhole nochmals, was ich eingangs in diesem Blog schon einmal schrieb: In meinen Augen ist Nikotinsucht eine echte Krankheit, nicht nur eine "echte", sondern auch eine "schwere". Man würde sich nicht dermaßen durchs Leben quälen und wirklich eingreifende Nachteile in Kauf nehmen, wenn man denn so "eben gschwind" mal einfach aufhören könnte. Das zur Ehrenrettung für uns Raucher: Wir sind nicht dumm, sondern wir sind krank!

Damit verabschiede ich mich für heute.

Aktualisiert: 09.10.2008 um 20:06 von chaosgirl

Kategorien
Nichtraucher werden mit Champix , Wege aus der Sucht

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